Ückermünder Haffmarathon, 24. März 2013

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von CHRISTOPH: Ich würde sagen, dass die letzten Tage vor dem Marathon nicht einfach waren. Ich habe hin und her überlegt, ob ich in Ueckermünde starte, oder ob es doch möglich ist in Deutschland eine Veranstaltung mit besseren Witterungsbedingungen zu finden. Auch eine Verschiebung um eine Woche wäre eine Option gewesen, denn die Bilder welche vom NDR geliefert wurden, waren furchterregend. Ein regulärer Wettkampf schien einfach nicht möglich zu sein. Aber der Gedanke daran, dass die letzten harten Trainingswochen umsonst waren, erschien mir noch schlimmer. Ich startete also in Ueckermünde, auch weil es keine vernünftigen Alternativen gab und meine Form wirklich gut war! Meine größten Sorgen galten dem Untergrund. Ich bin im Plänterwald zwar gut mit Schnee und Eis zu Recht gekommen, aber über 42 km wäre eine richtig gute Zeit nicht möglich gewesen. Schließlich sollte die 3 Stunden – Marke  fallen. Die Qualität der Strecke war allerdings  in Ordnung, nur an wenigen Punkten war sie matschig oder vereist! Das Hauptproblem war die Temperatur. Vom Veranstalter wurden minus 4 Grad gemeldet. Die gefühlte Temperatur sollte aber, durch einen recht starken Ostwind, noch um einige Grad tiefer gelegen haben. Mir war jetzt aber alles egal. Die Strecke war gut zu laufen, ich fühlte mich stark und taktisch wollte ich so laufen wie ursprünglich geplant. Auf den ersten Kilometern ging es mir nur darum mich zu orientieren und nicht zu schnell anzugehen. Alle Strecken wurden gleichzeitig gestartet. Obwohl nur ca. 60 Marathonläufer am Start waren, gab es auf der 7 Kilometerrunde ein reges Treiben. Nach der ersten Runde war ich Sechster mit einem 4:19 Min/km Schnitt. Alles lief nach Plan, in den ersten beiden Runden sollte der Schnitt ca. 3 Sekunden über dem der Zielzeit liegen! Ich fühlte mich auch ansonsten gut. Meine Hände und Füße waren warm und auch die Muskulatur war nun auf Temperatur. Nach 10 km habe ich dann, etwas früher als geplant, das Tempo leicht erhöht. Denn die Lücke auf die 3h Marke sollte nicht zu groß werden. Auch die letzten 2 Kilometer der Runde waren dafür ausschlaggebend. Die Strecke stieg hier ganz leicht an und der Wind kam brutal von vorn. Für die letzten beiden Runden brauchte ich unbedingt ein kleines Polster für diese 4 Kilometer. Die zweite Runde war dann eine glatte 29:45 min. Der Rhythmus im Mittelteil des Laufes war nun optimal und die Geschwindigkeit steigerte sich auf 4:10 – 4:14 min/km. Auch hatte ich mich nach dem Halbmarathon um zwei Plätze nach vorn gearbeitet. Allerdings gab es diese Information erst nach dem Lauf. Mich interessierte meine Platzierung aber überhaupt nicht, es war unwahrscheinlich hier auf das Podest laufen zu können. Die Platzierten liefen in den letzten Jahren zwischen 2:40 – 2:55 Stunden bei der Mecklenburger Landesmeisterschaft! Die vierte Runde war nicht nur gefühlt meine stärkste. Die Muskulatur war noch locker und es wurde die schnellste Splittzeit  aller Läufer. Dem Führenden Danny Thewes, der hier schon 2008 gewann (Siegerzeit: 2:44h), nahm ich hier 5 Sekunden ab. Die ersten leichteren Probleme kamen bei Kilometer 33. Die beiden Kilometer zurück zum Ziel waren recht hart. Ich musste beißen um im Tempo nicht abzufallen! Die offizielle Zeitnahme im Ziel bescheinigte mir aber noch recht sichere 60 Sekunden Vorsprung auf die 3 Stunden. Ich überholte auch fast zu gleichen Zeit einen Läufer und der Stadionsprecher ging auch gleich auf diesen Situation ein. Die Überraschung war sehr groß als mir auf diese Weise mitgeteilt wurde, dass ich nun auf dem 2. Platz war. Ich wusste wirklich nicht, bis zu diesem Zeitpunkt, ob ich Zehnter oder Vierter war. Es war mir eigentlich auch egal, mein Ziel war ein anderes! Aber mein Kampfgeist war geweckt und ich hatte noch Reserven. Keinen Blick verlor ich nach hinten und der Führende war zu sehen. Ich beschleunigte noch einmal, worauf die Uhr mir Kilometerzeiten auf der Rückenwindpassage um die 4:05 min/km ausspuckte. Aber der Rückstand nach vorne wurde trotzdem nicht kleiner. Die Zusatzsekunden nahm ich allerdings gerne mit und sie waren auch bitter nötig. Im Wind fühlte sich nun jeder Meter hart an. Der obligatorische Hammer kam also erst jetzt. Der Automodus musste herhalten und es ist wirklich erstaunlich, die Beine wollten nicht mehr aber mental hielt ich voll dagegen. Die 4:15 min/km konnte ich in dieser Phase nicht mehr halten, aber meine 2:59h hatte ich mir zum Schluss erarbeitet. Denn nach ästhetischem Laufen sah es bestimmt nicht mehr aus! Am Ende war der erste Platz in der Altersklassenwertung und der zweite Platz in der Gesamtwertung der Lohn für ein schwieriges Rennen im eisigen Kessel von Ueckermünde. Das Wort „Wettkampf“ passte heute wirklich. Fast eine Stunde fror ich in der Umkleidekabine der angeschlossenen Sporthalle, trotz Daunenjacke! Aber ich war glücklich! Auch Christian gilt mein Dank, der mich in den letzten Monaten mit neuem gestrigen Input versorgt hat und so diese Leistung mit ermöglicht hat!

Bis bald Christoph

https://tollense-timing.de/meldesiste_haffmarathon.htm


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