Ötztaler Radmarathon, 31. August 2015

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von KARL: Ötztaler Radmarathon „Ich habe einen Traum“. Wir vier, das sind Torsten, Olaf, Jens und ich (Karl), fuhren am Freitag in den Süden. Das Ziel hieß Sölden, viele kennen die Kleinstadt vom Wintersport, aber nein, es findet auch einmal im Jahr der Ötztaler, ein Radmarathon, statt.

Um etwa 16:30 Uhr kamen wir an. Unsere Unterkunft entpuppte sich als eine der hochgelegensten in Sölden. Hier ein kleiner Ausblick auf unser über 200 Jahre altes Haus. Am Samstag wurden wir von unserer Vermieterin auf die „Ötztal Premium Card“ aufmerksam gemacht. Diese beantragten wir auch und konnten so auf die Bergstation Gaislachkogl hinauf fahren – kostenlos! Da waren nun wir vier Flachländer. Vorher sind wir eine kleine Runde gefahren, schwitzten kurz und lockerten unsere Beine ein wenig. Wobei es zur Unterkunft ein Aufstieg von ca. 1600 Meter gab mit bis zu 16% Steigung!! Oben angelangt wurden wir mit einem herrlichen Blick ins Tal nach Sölden belohnt.

Am Sonntag ging es früh raus, für Ironmanstarter eine normale Zeit gegen 05:00 Uhr. Um 06:15 Uhr standen wir schon am Start, es war frisch ca. 14°C (für diese Höhe aber eine hohe Temperatur). Um 06:45 Uhr starteten die Ersten. Wir rollten ca. 10 Minuten später über die Startlinie. Von dort ging es die ersten 32 Kilometer bergab.
Zu Beginn des ersten großen Anstieges hatte ich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 50 km/h. In dieser Abfahrt kam ich gut nach vorne und auf einmal betrug der Abstand zu Torsten schon 3 Minuten. Am Kühtai musste jeder 1.200 Höhenmeter auf 18,5 km überwinden. In diesem Anstieg ist die Straße sehr voll gewesen, es war nicht immer möglich sein Tempo zu fahren. Fast oben angekommen, wusste schließlich jeder, warum der Berg Kühtai heißt, jede Menge Kühe liefen auf und neben der Strecke umher. Oben gab es die erste Labestation – kurz angehalten eine Banane und Wasser aufgenommen – weiter ging es in die Abfahrt. Schnell noch eine Zeitung als Windstopper unter das Trikot gezogen und los ging die wilde Fahrt. In der Abfahrt konnte man es richtig krachen lassen, d. h. 102,1 km/h in der Spitze – die besten sind die Abfahrt mit rund 120 km/h runter „gerollt“!! Unten angekommen formierte sich eine immer größer werdende Gruppe mit der ich durch Kematen und Innsbruck hinauf zum Brenner fuhr. Dort gab es den nächsten Zwischenstopp, ich hielt kurz an, nahm ein paar Gels und Bananen sowie Getränke mit. Meine Pause war so kurz, dass ich in einer sehr kleinen Gruppe in der Abfahrt saß. Zum Glück gab es vor dem Jaufenpass kein Fachstück (Sterzing) sondern es ging zügig wieder Berghoch. Im Tal machte sich erstmals die Wärme mit gefühlten 30°C und mehr erkennbar. Im Anstieg zum Jaufenpass machte sich bei mir die kurze Pause bemerkbar, sowie die Wärme. Das Essen fiel schwer, aber ich brauchte dringend Energie. So fuhr ich gefühlt im Schneckentempo ohne Druck den Beg hinauf. Mir kam schon der Gedanke, wann der erste TLV’ler an mir vorbei fliegen würde. Dies geschah zu meiner Überraschung jedoch nicht. Oben an der Verpflegungsstation aß ich jede Menge Melonen und fühlte mich gestärkt für die nächsten Kilometer. Die Abfahrt hinunter hatte so seine Tücken. Jede Menge Licht- und Schattenwechsel in Kombination mit sehr vielen Rissen im Straßenbelag forderten von jedem Fahrer volle Konzentration und gutes Steuervermögen. Unten angekommen in St. Leonhard muss die Temperatur jenseits der 30°C-Marke gelegen haben, es drückte enorm. Zu diesem Zeitpunkt waren auch schon über 180 Kilometer gefahren. Mir ging es wieder besser und der letzte Anstieg machte richtig Spaß. Es gab zwei Labestationen an den ich Halt machte und eine weitere Wasserstation. Diese war äußerst begehrt. Kurz vor dem Gipfel kamen mal wieder Vierbeiner zu uns auf die Straße. Oben am Timmelsjoch angekommen, wieder die Zeitung untergezogen, schnell noch in den Wechselbeutel Sachen hinein geworfen und ab ging es. Zu meiner Verwunderung hatte ich noch Reserven und diese sollten bis zum Ziel vernichtet werden. Erstmal runter rollen vom Timmelsjoch mit 98 Km/h 🙂 Danach hieß es Vollgas bis zum Ziel. Der Gegenanstieg zur Mautstelle hoch und die Abfahrt nach Sölden hinunter musste jeder mit Gegenwind und noch kleineren Anstiegen kämpfen. Dort konnte ich noch Fahrer um Fahrer überholen und kam sogar alleine ins Ziel, nach 09 Stunden 34 Minuten und 50,9 Sekunden! TLV Bestzeit für lange Zeit…?! 😆

Doch wer weiß?? Vielleicht werden Christoph, Robert oder jemand anderes mich bei der nächsten Gelegenheit unterbieten… Torsten kam nach 10: 16.04,6 ins Ziel. Leider mussten Jens (Magenprobleme) und Olaf (technischen Defekt) frühzeitig aufhören und wurden zügig vom Besenwagen zurück zum Ziel gebracht.

Meine Durchgangszeiten:

Stelle Tageszeit Fahrzeit Rang Gesamt
bis Oetz 7:32.28,0 37.16,2 237. 1211.
bis Kühtai 8:51.26,9 1:56.15,1 343. 1200.
bis Innsbruck 9:39.42,6 2:44.30,8 357. 1331.
bis Brenner 10:58.11,2 4:02.59,4 332. 1214.
bis Gasteig 11:28.40,8 4:33.29,0 312. 1130.
bis Jaufenpass 13:00.23,1 6:05.11,3 338. 1256.
bis St.Leonhard 13:24.53,6 6:29.41,8 325. 1207.
bis Timmelsjoch 15:56.13,0 9:01.01,2 307. 1078.

Alle weiteren Ergebnisse unter http://services.datasport.com/2015/velo/oetztaler/

Mein Fazit: Gerne erinnere ich mich an den Ötztaler 2015 und würde mir den Traum gerne noch einmal erfüllen.

Sportliche Grüße und Allzeit zur Almzeit bereit 😉

Karl
oetzi5

2 Responses to “Ötztaler Radmarathon, 31. August 2015”

  1. Torsten

    Ich hatte mit dem „Ötzi“ noch eine Rechnung offen: Letztes Jahr hatte ich kurzfristig noch abgesagt, dieses Jahr sollte es klappen! Ich bin defensiv gefahren und habe an den Verpflegungsstellen ordentlich Pause gemacht, um sicher durchzukommen. Am Ende war es auch wegen der Hitze am letzten Anstieg trotzdem hart …

    Gruß

    Torsten

  2. Olaf Mistareck

    Dass ich wegen einem technischen Defekt aufhören musste, ist mur ein Teil der Geschichte. Tatsächlich sind am Hinterrad 2 Speichen gerissen, der Schlag war so groß, dass ich nicht mehr fahren konnte. Nach langem Warten und diverser Umbauten hatte ich ein neues HR, eine Stunde hat das gedauert. In der Zeit sind die Besenwagen und der Schlusswagen an mir vorbei, ich konnte aber weiterfahren. Bis zum Brenner alleine gegen den Wind. Auf dem Anstieg zum Jaufenpass habe ich Jens überholt, der sagte, dass er oben aufhört. Ich oben angekommen war auch schon gut erledigt, es war nur ein kleiner Schritt auch auszusteigen. Also irgendwie ein Mix aus Erschöpfung, wissend was noch kommt, ganz weit hinten und Jens hört auch auf.


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