New York City Marathon, 2. November 2014

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Von STEFFEN: Highlight Nummer 3 in diesem Jahr sollte der NYC-Marathon werden. Ein Start ist auf Grund der weit über 100.000 Anfragen nur über einen Reiseveranstalter möglich. So ging es am Donnerstag vor dem Rennen auf die weite Reise. Die üblichen amerikanischen Einreise-Modalitäten muss man über sich ergehen lassen. Am späten Nachmittag waren wir bereits im Hotel in Midtown Manhatten und kurz darauf zu Fuß durch die New Yorker Nacht.

Freitag Morgen Start-Nr. holen und ein weiteres Mal in einer laaaangen Line stehen. Die Amis ertragen das in erstaunlicher Gelassenheit. Das Angebot auf der Messe hielt sich in Grenzen, was jedoch keinen hinderte die Kreditkarte glühen zu lassen. Mittags eine Schiffstour auf Hudson- und East-River und am Abend auf das Rockefeller-Center.

Für Sonnabend Morgen hatten Astrid und ich für den 5k Dash tot he Finish Line gemeldet. Fünf km durch Manhatten mit dem Marathon-Zieleinlauf im Central Park. Bei Temperaturen um die 7°C und Dauerregen hatten über 7.000 Starter trotzdem ihren Spaß. Für uns folgte am Mittag eine 4-stündige Standrundfahrt mit diversen Stops. U.a. an den beeindruckenden Gebäuden rund um Ground Zero. Abends feierten wir unsere eigene Pasta-Party bei einem kleinen Italiener.

5:00 Uhr klingelte am Sonntag der Wecker. Ein gemütlicher Kaffee mit Blick aus dem 26ten Stock unseres Hotelzimmers, verhieß zunächst nichts Gutes. Das Thermometer zeigte 4°C, es war sehr windig – glücklicherweise regnete es nicht mehr. Streng nach Plan, brachte uns der Bus 5:45 Uhr raus nach Staten Island, zum Start des Marathon. Es war 6:30 Uhr, noch über drei Stunden bis zum Start. Die erste Stunde verbrachte ich, wer hätte es anders gedacht, mit in der Reihe stehen. Nach dem Sicherheits-Check, zog ich alles an was ich hatte und suchte den für mich zugewiesenen Startbereich im Freigelände. Dort waren alle „Sitzplätze mit Lehne“ (Zäune, Absperrungen, Trucks, Wände) bereits mit in Schlafsäcken eingehüllten Menschen belegt. Es waren immer noch zwei Stunden Zeit. Es gab Tee, Powerbar-Riegel, Beagles und Kaffee … alles was man so kurz vor dem Marathon braucht.

Laut Marathon-Legende Herbert Steffny hat der NYC Marathon 390 HM. Für die letzten Meilen sollte man sich noch einige Körner übrig lassen. Nach den 3:17 Std. vor 5 Wochen in Berlin sollte es trotz Höhenmeter und Wind für 3:30 Std. reichen.
nycprofil

Zum Glück war ich in die erste Start-Welle eingeteilt. Mit einem völlig unspektakulären Start, ging es 9:40 Uhr auf einer parkplatzähnlichen Fläche vor der Verrezano-Narrows-Brigde los. Die Brücke hat 70HM und so war nach einem Kilometer bereits die Betriebstemperatur erreicht. Der böige Wind pfiff ordentlich um die Brückenpfeiler (mit Windspitzen bis 70 km/h). Mich wundert’s dass es den einen oder anderen Kenianer oder „leichte Mädels“ nicht von der Brücke gepustet hat. Mit Brooklyn war schon bei KM3 der zweite Stadtteil erreicht. Bei KM5 waren dann auch alle drei Startkorridore vereint und bis KM13 ging es schnur-geradeaus durch diesen kreuzberg-ähnlichen Stadtteil. Es war inzwischen überwiegend sonnig und knapp unter 10°C. Reichlich kreischenden Zuschauer an der Strecke, Rockbands und Rapper machten Mucke. Der 5KM/Schnitt lag knapp unter 24 Minuten, mir ging es bestens. Mütze, Handschuhe, Ärmlinge und Langarmshirt waren längst entsorgt – mittlerweile waren wir im Stadtteil Queens. Über die Queensboro Brigde (bei KM25) ging es nun erstmalig nach Manhatten. Die Brückenmitte war mit 40HM die zweithöchste Erhebung. Es ging auf die First Ave. Und auf die nächste sechs KM-Lange gerade. Hier hab ich dann auch Astrid in den Massen kurz sehen und begrüßen können. Ein kurzer Abstecher in die Bronx und schon waren wir auf der Fifth Ave. welche entlang des Central Park die letzten Marathon-Kilometer einläutete. Es wurde wieder welliger, der Puls erreichte nun so langsam die Maximalwerte. Das Tempo war immer noch konstant, die Belastung relativ hoch … das Ziel nicht mehr weit. Relativ wenig Zuschauer sah ich auf dem letzten Kilometer mitten im Central Park. Offensichtlich ist aus Sicherheitsgründen nur handverlesenen Gästen der Zutritt gestattet. Macht nix, bei strahlendem Sonnenschein war für mich nach 3:20 Std. das Ziel erreicht.

Insgesamt gab es 50.564 Finisher. Der Sieger Wilson Kipsang lief 2:11 Std. (letztes Jahr WR in Berlin 2:03:23). Mein Gesamtplatz 2.508 (AK-Pl. 317 von 4.622). Zum zweiten Mal bei insgesamt 33 Marathon’s bin ich die zweite Hälfte schneller gelaufen. Die schnellsten 5KM waren zwischen 25-30 und 35-40. Also: Alles richtig gemacht.

Ich hab mich gegen die Kleiderbeutel-Abgabe entschieden. Dafür gab es einen schicken, wärmenden Poncho und man konnte deutlich früher den abgesperrten Bereich verlassen. Ich bin dann zu Fuß die 5km bis zum Hotel gelaufen und bestimmt hundert Mal begrüßt und gefeiert worden. Am Ende denkt man noch, man hat das Ding gewonnen. Aber so sind die Amis, du bist ein Held – dabei war es nur ein Marathon. Und die Medaille, ein richtig schweres Ding, tragen die alle noch so lange, bis sie Tage später die Stadt verlassen.

Montag und Dienstag waren wir dann von Morgens bis Abends unterwegs. Die Subway (U-Bahn) ist das einzige Verkehrsmittel, mit dem man einigermaßen vorankommt. Die in die Jahre gekommende Kiste rumpelt mehrgeschossig durch die New Yorker Unterwelt. Der Abschluss in New York war ein Helikopterflug.

NY beeindruckt mit seiner Skyline, mit alten und neuen Gebäuden, Brücken und Straßenschluchten. Neben allem Sightseeing und Shopping wirft man als Europäer auch einen Blick hinter die Kulissen. NY ist laut und dunkel, es fehlt an Bäumen, U-Bahn und Straßen sind marode. Es ist bei weitem nicht alles Gold was glänzt. Ein Wolkenkratzer verbraucht den Strom einer Kleinstadt. Die Stadtführerin unserer Busrundfahrt, wohnt in einer besseren Gegend eines NYer Vorort. In ihrem Vertrag des Stromlieferanten steht, dass bei Bedarf der Strom für 2 Stunden am Tag abgestellt werden kann, damit Manhatten inkl. Broadway weiter lustig leuchten kann.

Bis zum Haxenessen …. Steffen

http://www.tcsnycmarathon.org/

 

One Response to “New York City Marathon, 2. November 2014”

  1. Christoph

    Geiler Bericht!!!


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