Ironman UK, Bolton 31. Juli 2011

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von OLAF: A perfect race on a perfect day. In den letzten Wochen vor dem Rennen hatte ich mich dann genauer informiert, insbesondere über die Radstrecke. Im Internet fand ich genauere Beschreibungen, die Locations und Strecken hatten sich von 2009 bis 2011 immer leicht geändert. Letzter Platz in der AK 45 ging letztes Jahr mit 10:30 weg, die ersten 5 hatten einen genommen. Die Schwimmstrecke war 2010 etwas kürzer so war die Vermutung in den Foren, sah man auch an den Schwimmzeiten. 2010 war es eine Runde, diesmal 2 Runden. Radstrecke sollte gleich sein, die MT Strecke war leicht anders. Lt Wettkampfbeschreibung sollten es ~2400 Höhenmeter auf dem Rad sein, das wurde auf der Wettkampfbesprechung noch mal bestätigt. Aus dem Höhenprofil hätte ich grob ~1500 HM abgeschätzt und auf bikemap hatte ich die Strecke nachgezeichnet und die HM wurden mit 1400 angegeben. Das passte aber wieder nicht so richtig mit den Radzeiten zusammen, die lagen 2010 so bei 5:45 für die Quali Aspiranten. Die sind dann auch noch den Marathon in 3:20….3:30 gelaufen, was ich noch nicht geschafft hatte und schon gar nicht nach so einer Radzeit/Strecke. Egal, ich war gut trainiert. Nach dem Spreewald Triathlon gleich 3 Wochen mit hohem Volumen bei hoher Intensität und dann 2 Wochen Taper im Urlaub in Bayern. Die waren auch noch mal effektiv, denke ich. Bergfahrten und – läufe. Jeden 2.Tag mit Neo im Schwimmbad, viel im WK Tempo. Hatte ich vorher kaum gemacht über längere Strecken. Wettkampfziel war dann inzwischen auch die Hawaii Qualifikation und insbesondere wollte ich den Marathon gut durchlaufen können, das ist mir bisher nicht gelungen.
Nun zum Wettkampf. Lt. Starterliste~ 1250 Teilnehmer, ~ 130 in meiner AK. Lt Ergebnisliste ~1050 im Ziel, 3x DSQ, 58xDNF, 113 aus meiner AK in Ziel. 2010 gab es 5 Quali Plätze in meiner AK. Ich hatte kurz vorher die Teilnehmerzahlen in den AK für 2011 angeschaut und bin auf 4 Plätze in meiner AK für 2011 gekommen und so war es dann auch (ich sollte später dann 5. in meiner AK werden). Bei der Wettkampfbesprechung wurde nach den “Virgins” für einen IM gefragt und so ca. die Hälfte ist aufgestanden. Wahrscheinlich hatte der Wettkampf eine geringe Leistungsdichte bei vielen Quali Slots pro Teilnehmer und das war auch gut so.
Wetter am Renntag war 15..20+°C, bedeckt und trocken. Ideal für mich. Nicht kalt nach dem Schwimmen auf dem Rad, nicht zu heiß auf dem Rad und beim Laufen, kein Sonnenbrand. Start 6:00hr, Wassertemperatur ~ 18°C. Ich war einmal Probeschwimmen im See und es hatte mir gefallen. Dunkel aber klar, mindestens 2m Sichttiefe. Wasserstart bei ~ 75m Startbreite. Ich war mutig geworden und hatte mich außen in der ~2. Reihe platziert. Hinter mir viele Reihen, ca. 30m tief. Wenn ich wieder überrollt worden wäre wollte ich nach außen weg. Außerdem war es mit Neo usw. ich hatte jedenfalls viele gute Gründe gefunden, mich nicht weiter hinten zu platzieren. Los ging’s (Startschuss habe ich nicht gehört und in der Eile auch nicht die Uhr gedrückt, es ging plötzlich los), ich kam gut weg und es war nur kurz voll bzw. ich bin nicht untergemischt worden. Es war immer einer vor und hinter mir, ich konnte viel im Wasserschatten schwimmen. Im Prinzip bin ich den Anderen nach, es waren doch mehr Bojen als ich von außen als zur Rennstrecke dazugehörig identifiziert hatte. Wann die 2. Runde begann habe ich nicht sicher bemerkt jedenfalls war es irgendwann zu Ende. Die letzen paar 100m bin ich alleine (nicht im Wasserschatten)
geschwommen und  ich hatte noch gut Kraft. 7:05 stand auf meiner Uhr als ich zum ersten mal draufgeschaut habe. Mit 65min war ich mehr als zufrieden. Erst am Montag hatte ich gesehen, dass ich 63min geschwommen war, der Start war etwas nach 6:00hr.
Vor dem Rad hatte ich Respekt. 25km “Zubringer” und dann 3 Runden a ~ 50km mit jeweils einem steilerem Anstieg sowie ~ 5km Abfahrt zu T2. T1 und T2 -waren an verschiedenen Orten. Den Anstieg bin ich am Freitag vorher gefahren, hatte ich im Sitzen doch recht sicher und bequem geschafft so in ~ 15min. Puls war gar nicht so hoch. Im Rennen, dachte ich habe ich den entsprechenden Wumms/Puls, da sollte es noch besser/schneller gehen. Abfahrt ist kurvig, Überholverbot und man muss bremsen. Zum Schluss eine 90°Kurve mit ~ 1km Anstieg anschließend, vor der Kurve muss man auf fast 0 abbremsen. Ich hatte nur ca. 10% der Runde gesehen, der Rest sollte dann Überraschung werden. Nach dem Schwimmen war die Wechselzone noch sehr voll und ich ahnte schon, dass ich weit vorne bin. Zu Anfang hatten mich einige wenige überholt, (wie üblich) aber ich hätte mehr erwartet. Als “Zeitvertreib” hatte ich gezählt wie viele ich überhole und wie viele mich überholen und die gegeneinander aufgerechnet. Maximum war ich 6 Fahrer im Hintertreffen und ab ~ 30 min ging es nur noch in die andere Richtung. Bei 50 habe ich dann aufgehört zu zählen, ich konnte nicht mehr sicher unterscheiden ob es Überrundungen waren. Viele sind dann zum Schluss deutlich langsamer geworden. Angefangen habe ich vorsichtig, wahrscheinlich immer noch zu schnell. Fürs Rad und Laufen hatte ich einen Plan (hilft mir so als grobe Orientierung), obwohl ich nicht so genau wusste, was mich erwartet. Nach dem Zubringer war ich 3min im Plus. Die Runden waren fast gleichmäßig (-2min, -1min,+2min ggü Plan) Nach 5:52 auf dem Rad ging es dann fast genau um 13:00hr auf die Laufstrecke. Die Radstrecke fand ich sehr schwer, den Anstieg bin ich schon in der ersten Runde teilweise im Stehen gefahren (trotz 27er Ritzel). Es ging ständig auf und ab aber es gab auch längere Strecken bergab in Aeroposition. Straßenbelag war rau und holprig, nichts mit Nacken entspannen und nach unten schauen aufs Vorderrad. Man musste schon nach Vorne sehen, wegen der Unebenheiten (wahrscheinlich habe ich die wenigsten ausgelassen, jedenfalls scheint mein Rad einiges abzukönnen, es hat öfters ganz schön “gewummst”). Wind war nicht übermäßig stark, vielleicht hätte es der eine oder andere sogar als windstill bezeichnet. Diesmal hatte ich mir vorgenommen auf dem Rad viel zu essen, 11 Gels hatte ich geplant und auch geschafft. Da es nicht so heiß war fiel mir das leicht. 179km zeigte mein Tacho, der zeigt eher immer weniger an, es werden schon so 180km gewesen sein. 2400 HM waren es nicht, denke ich, aber ich habe auch keine Referenz.
Wechsel zum Laufen ging schnell. Rad war schwer aber ich fühlte mich fit, ahnend dass es jetzt um die “Wurst” geht bzw. alles drin ist. Zum ersten Mal ohne Socken und mit Wettkampfschuhen über die volle Strecke. Beim HM in der Schweiz hatte ich nur eine wunde Stelle am Knöchel und war zuversichtlich für die doppelte Distanz. Die entsprechenden Stellen am Schuh hatte ich mit Vaseline eingeschmiert. Um es vorwegzunehmen, alles ok. Ob man mit Wettkampfschuhen ohne Socken schneller laufen muss weiß ich nicht. Retten wird einen das nicht, aber für mich ist es ein Ausdruck des Willens und da bin ich mir nicht sicher ob ich noch so wollte, wenn ich früher bei den LD langsamer geworden bin. Die Laufstrecke war sehr wellig, einige 100 HM. Wieder ca. 12km “Anfahrt” und dann 3 Runden. Alles ohne KM angaben, ich wusste nicht wie schnell ich laufe. Jedenfalls erst mal los nach T2. Es war leer auf der Laufstrecke, tatsächlich habe ich erst mal gar keinen gesehen. Ich glaubte einen (der in dem Bereich seltenen) Zuschauer murmeln gehört zu haben “95ter” und das hat mich gleich noch mal angespornt. Den nächsten habe ich dann weit vor mir gesehen, als ich auf eine lange Gerade eingebogen bin. 20min hat es gedauert, bis ich den  eingeholt hatte. Ich bin schnell gelaufen und nach genau einer Stunde war ich am Ziel von dem es dann 3x wieder weg ging. Bis dahin hatte ich ~ 15 überholt und ~ 60 gezählt, die vor mir waren. Ein paar hatte ich sicher nicht gesehen, die waren schon weiter. Die “95″ vor mir nach dem Rad schienen zu stimmen. 3 Runden noch, die sollten so je 10km lang sein. 47…48 min/Runde war mein Ziel/Wunsch. Bis zum Wendepunkt mehr oder weniger bergauf, dann zurück ergab. Die erste Runde hatte ich mit 41:30 min gestoppt, konnte es aber nicht glauben. Da dachte ich noch ich habe irgendwann einmal zwischendurch gedrückt ohne es zu merken. Als ich die 2. Runde mit 41:00 stoppte wusste ich, dass die Strecke zu kurz ist und dass es eine super Gesamtzeit und MT-Zeit werden sollte, jedenfalls auf dem Papier. Mir war nicht klar warum ich die 3. Runde langsamer werden sollte und auch die war so 41:45. Noch 150m zum Ziel und das war es.
10:05, 52ter insgesamt, 32 beste Laufzeit.  5ter in der AK wusste ich schon am Sonntag, Torsten hatte nachgeschaut, den Rest am Montag, als die Listen aushingen. Der Rosa Strich auf der AK Ergebnisliste, der die sicher qualifizierten von den anderen abgrenzte, war direkt über meinem Namen. Im Roll-Down habe ich dann den letzten Platz in meiner AK bekommen, einer hatte verzichtet. Gleich bezahlt und wahrscheinlich werde ich auch fahren. Ansonsten alles ok, etwas spartanisch, Fish & Chips im Ziel, Radverpflegungsstelle in der Senke. Die Freiwilligen waren 70+ Jahre, anlaufen zur Flaschenübergabe war nicht. Auf der 3. Runde auch Selbstbedienung vom Tisch und nachrichtendlich auch Flaschenselbstbefüllung.

Zusammenfassung/Benchmark.
Alles geklappt, Training, Taper, Reise, die letzten Tage und Stunden. Planung und Leistung auf den Punkt gebracht, schneller hätte ich kaum sein können (1x Kette ab und ein “Boxenstop” beim Laufen, aber dank Zweiteiler kaum Zeitverlust). Für mich perfektes Wetter, wenig
Teilnehmer, vermutlich geringe Leistungsdichte. Die völlige Abwesenheit von Pech und zusätzlich Rennglück (Platz 4 bis 7 in meiner AK sind
innerhalb von 3,5min vergeben worden) hatten mich nicht sicher auf einen Qualiplatz gebracht. Es musste auch noch jemand verzichten. Egal, es hat geklappt und mit dem Laufen kann es auch auf der LD klappen, ich bin sehr zufrieden. Von den ersten 7 in meiner AK hatte ich
- die 3-beste Schwimmzeit, ~14te in der AK. Ob das nun 3.8km waren, wer weiß. Jedenfalls war ich unerwartet weit vorne.
- die mit Abstand schlechteste Radzeit aber die ~8te in der AK
- die 3-beste Laufzeit.
In der AK waren beim Laufen nur die beiden ersten schneller. Schön, dass ich nicht deutlich langsamer werden musste und den Rest zu den 42km hätte ich auch noch gut geschafft. Ich muss noch mal die Strecke vermessen und schauen was so der Unterschied zwischen 2010 und 11 war. Hoffentlich haben viele 2x teilgenommen. Ich bin schon neugierig, welche Zeit ich über die volle Strecke gehabt hätte. Das viele Schwimmen könnte doch etwas gebracht haben, aber warum merke ich das erst so spät?
Aus der Ergebnisliste:
01:02:58        219     00:03:40        87      05:51:50        93      00:01:55        54      03:04:56        32      10:05:17        52
Der erste Mann (Aaron Farlow) hatte:
00:45:01        2       00:02:34        10      04:53:47        1       00:01:28        13      02:41:46        1 08:24:34        1
Die erste Frau (Kristin Moeller) hatte:
00:56:17        84      00:02:43        20      05:37:01        39      00:01:07        1       02:41:57        2 09:19:04        12


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