Ironman Italy, 23. September 2017

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von OLAF: Schon Anfang 2017 wusste ich, dass ich im Herbst einen längeren Wettkampf machen möchte, ich hatte mich gar nicht erst zum Berlin Marathon angemeldet. SwimRun in Rheinsberg, 10km Schwimmen und 30km laufen, oder IM Wales oder IM Italy. SwimRun wäre nur zu zweit gegangen, also einen der IM. Italy passte mir vom Termin besser, der Abstand zur Mitteldistanz Iceland und dem anschließendem Urlaub. Wales war 2 Wochen früher, das wäre etwas eng. Erst wollte ich Italy, da waren mir aber zu viele in meiner AK, > 200 zu dem Zeitpunkt. Also Wales, fast hätte ich mich schon angemeldet, schaute aber vorher noch mal in die Startliste. Da waren einige in meiner AK, die waren in den vorherigen Jahren in Wales schon ganz vorne. Passte mir auch nicht so, die Perspektive sollte schon vorhanden sein für eine Qualifikation. Also doch Italy. Trainiert hatte ich eifrig, nach einer neuen Struktur und alles gut geschafft. Ich war fit und zuversichtlich. Schwimmen im Schwimmbad lief nicht so, aber ich hatte doch einige lange Einheiten gemacht. Tempo war halt geringer als ich wollte.

Mit Ryanair von SXF nach Bologna, von da aus Mietwagen bis Cervia, an der Adria. Wetter würde so 22°C, sonnig und wenig Wind sein. Wasser ca. 23°C. 2 Wochen vorher waren es noch 30°C und 26°C Wasser, da hoffte ich dass es noch weniger wird bzw. dass die Wassertemperatur die Touristenangabe ist und die IM Messung geringer ausfallen würde. Jedenfalls alles prima, ich nahm die Disc mit, windig würde es jedenfalls nicht sein. Anreise und Registrierung Donnerstag, Bike check in und Wettkampfbesprechung am Freitag. Die Wettkampfbesprechung war richtig gut, unterhaltsam und inhaltsreich. Es würde erst am Renntag morgens bekanntgegeben werden, ob es ein Neoverbot geben würde. Überflüssig fand ich. Mir war klar, dass mit Neo sein würde. Freitags war ich noch so 10min schwimmen, ohne Neo. Wasser war ok, aber ich dachte, dass ich irgendwann, selbst bei Anstrengung, frieren würde.

Ausverkauft, 2500 Teilnehmer, davon 320 in meiner AK lt. Startliste.  (in der Ergebnisliste sind dann doch immer deutlich weniger). Alle schön nacheinander mit den Startnummern. Aber in 4 Portionen, AWA Gold, Silber, Bronze und „Normal“ AWA ist eine Art ranking, Durchschnitt aus der Platzierung in drei Rennen, beste 1, 5, 10% in der AK. Ich bin in Bronze. Mit ca. 10, 20, 35 und 255 Teilnehmern.

Start am Samstag 7:45…8:20, Rolling Start, alle 5sec 6 Athleten. 18,5 ° Wassertemperatur  und mit Neo lt. Ansage. Dass konnte nicht stimmen, es waren sicher über 20°C. Warum die Temperatur so niedrig genannt wurde war mir nicht klar, vielleicht wollte der Veranstalter, dass alle mit Neo schwimmen, aus Sicherheitsaspekten.

Man konnte sich entsprechend der zu erwartenden Schwimmzeit  in 4 Linien einreihen, die würden nacheinander geleert werden, Einschwimmen war möglich.  Sub 1:00,  1:00 bis 1:10, 1:10 bis 1:20 > 1:20. Alles ganz easy und relaxed. Ich habe mich mit Armkreisen begnügt und ein wenig angefeuchtet. Ich war etwas spät dran, 5 min zum Start. Plötzlich kam die Sorge auf, alles ist ganz voll, ich muss nach hinten. Dem war nicht so. Die Sub 1:00 Reihe war nur halb voll, da reihte ich mich ein. Erst war mir etwas unwohl, aber ich konnte ja ganz hinten starten. Irgendwie war ich dann doch weiter vorne, es zeichnete sich ab, dass ich 5min nach Start über die Linie gehen würde. 6×60/5 sind 72 Starter in der Minute, also ca. 350 vor mir, das sollte ganz gut passen.

2 Runden, 2,2km und 1,6km mit Australien Exit. Ich wollte bis zur ersten großen Boje bequem schwimmen, ca. 300m. Hatte ich die letzten 2 IMs auch schon gemacht, praktisch sah es dann so aus, dass es eine gleichmäßige Anstrengung war, ob ich nun „bequem“ oder „normal“ schwamm. Wahrscheinlich genau richtig für mich. Diesmal war es so, dass ich wohl doch zu schnell geschwommen bin oder ungenügend aufgewärmt war, nach ein paar 100m wurde es unbequem, sehr unbequem. Ich nahm Tempo bzw. Anstrengung raus, beim Schwimmen dauert es lange bis es angenehmer wird. Irgendwann war es ok und ich schwamm mit den Anderen mit. Die Bojen traf ich gut, ziemlich unbedrängt und ab und zu konnte ich im Wasserschatten schwimmen. Das Schwimmen lief dann richtig gut. Ein langer Weg dann bis T1. 200m Strand und 400m bis zur Wechselzone. Die war dann ca. 600m lang. Ich habe knapp über 7 min gebraucht bis aufs Rad.  Mein Rad stand dicht an den Beuteln, also ca. 500 m mit Rad bis zum Aufstieg.  2km durch den Ort und dann Landstraße/Autobahn. Die Radstrecke war für den Verkehr gesperrt. Die Straßen im Ort sind besch…, Aufwerfungen durch die Wurzeln. Der Rest der Radstrecke war ok. 2 Runden, 700 Hm, eigentlich nur ein Berg/Hügel, der 2x zu befahren war. Rad lief auch richtig gut, es waren immer Andere da, auch kleinere Gruppen.

Die Radstrecke hatte 183km. Kurz vor Ende der ersten Runde, gerade wieder im Ort, kam  eine Verpflegungsstelle. Die musste ich nehmen, eine Flasche bekam ich nicht zu fassen, 2. Gelegenheit beim letzten Helfer, Flasche gegriffen, ein Schlag am Lenker, ich flog und lag.  Das ging schnell und völlig unerwartet. Bei mir schien alles soweit in Ordnung zu sein, ein Helfer steckte die Flasche in den Halter, das Fahrrad sah irgendwie noch so aus wie vorher, ich saß drauf und fuhr weiter. Bremsencheck, ok funktioniert. Räder rollen. Aha, linker Auflieger lose, den konnte ich nach vorne und hinten kippen. Würde gehen, bzw. ich könnte anhalten und schauen ob ich das fixen kann. Aber beim rechten Auflieger fehlte was. Der Schalter (DI2) für das hintere Ritzel war verschwunden, abgebrochen. Wo war die Kette? In der Mitte etwa. Inzwischen war die erste Runde vorbei und ich überlegte immer noch ob ich auf die zweite Runde gehen sollte. Ich war noch fit, aber ich würde bestimmt nicht den Berg (jetzt war es ein Berg) hochkommen. Sollte ich es probieren? Ich machten dann den Frieden mit mir und hörte auf. DNF.

Ärgerlich, aber auch im Nachhinein richtig, das wäre nichts geworden mit der 2. Runde. Ich habe einem Offiziellen mitgeteilt, dass ich aufhöre und bin in die Wechselzone gefahren, um den after race Beutel abzuholen. Kurz vorher wurde ich in einen Krankenwagen „gezerrt“, Wunddesinfektion und dann ins Hotel. Frisch gemacht und wieder zuschauen gegangen. Ich wollte auch sehen/verstehen, weshalb ich gestürzt bin. Ca. 5m hinter dem letzten Helfer war eine Stelle, an der die Wurzeln den Asphalt hochgedrückt hatten. Da musste man zwangsläufig vorbei, wenn man an der hinteren Position eine Flasche gegriffen hat. Die Stelle war (jetzt und bestimmt auch vorher) markiert, hatte ich aber nicht gesehen. Wahrscheinlich stürzt nicht jeder der darüber fährt, das kann man bestimmt auch geschickter machen als ich es getan habe. Irgendwie aber doch Teamwork, dachte ich. Einer der stürzt und Einer (der Veranstalter), der die Verpflegungsstelle dahin legt. Wer schaut schon auf den Boden, wenn man die Flasche anpeilt. Eine am Boden liegende Flasche hätte ich wahrscheinlich bemerkt, den Huckel nicht. Eine Hand am Lenker, in der anderen die Flasche, den Schlag beim Greifen noch ausbalanciered und dann von der Unebenheit überrascht. Ich glaube die Helfer standen auch noch weiter am Bordstein als ich vorbeikam. Das Foto ist ca. 2 Stunden später aufgenommen.

Einige Stunden habe ich dann noch zugeschaut, an verschiedenen Stellen. Etwas wehmütig aber auch mal was anderes. Schade, ich war richtig gut drauf und bis Ende der ersten Radrunde lief alles ziemlich perfekt.

Was wäre wenn, habe ich mich gefragt. Wo wäre ich gelandet, wenn ich nicht gestürzt wäre? Die Zeiten bis zur Hälfte der Radstrecke hatte ich, den Rest habe ich geschätzt.  Excel Tabelle der AK Finisher runtergeladen, mit Splitzeiten.  Leerzeile erzeugt und meine vorhandenen eingetragen. Marathon, in Maastrich bin ich 3:27 gelaufen, diesmal war die Laufstrecke flach und lag größtenteils im Schatten und ich war besser trainiert, denke ich. 3:25 sollten möglich gewesen sein. Die zweite Radrunde, aus den Splitzeiten konnte ich sehen, dass die anderen so 8 min langsamer waren auf der 2. Runde. Alle waren langsamer. Ich hätte nicht gedacht, dass ich auch 8min langsamer sein werde, ich war wirklich noch fit. Aber warum sollte es mir anders ergehen. Also Radzeit *2 + 8min und T2 geschätzt. Etwas Spekulation aber ich denke das passt schon so. Ich wäre 9ter von 245 geworden. Endzeit ca. 9:53. Das Gute ist/wäre, ich bin relativ etwas besser als bei den IMs 2015 &2016. Das Schlechte ist, ich bin noch weiter vom letzten Qualifikationsplatz weg als sonst, ca. 18min, der ging hier an den 4ten mit 9:35.

Platz AK/% Swim% Bike% Run% T1 & T2 % AK/Platz Finisher AK
2009 IM Ca 3,8% 28,5% 11,5% 2,4% 4,9% 11 288
2011 IM UK 4,4% 11,5% 7,1% 2,7% 6,2% 5 113
2013 IM Wa 11,4% 12,6% 11,4% 22,2% 6,0% 19 167
2015 IM Swe 4,3% 9,2% 11,0% 6,1% 4,9% 7 163
2016 IM NL 4,9% 15,3% 9,8% 3,1% 6,1% 8 163
2017 IM Italy 3,7% 14,3% 8,2% 1,6% 4,9% 9 245

Soweit sonst alles ok, ein wenig „Tapete“ ist ab, bei mir und am Rad (muss noch mal genau schauen ob nicht doch was ernstes ist), aber das wird wieder. Ich scheine wirklich frustrationstolerant zu sein, am Sonntag habe ich schon geschaut was es 2018 so gibt und siehe, ein „Frontrunner“ ist schon identifiziert. IM in Tallin, 4. Aug. (EasyJet ab TXL). Wenn das von der Familie akzeptiert/geduldet wird, mache ich den.  Und voraussichtlich „The Chamionchip“ von der Challenge Family, 2. Juni in Samorin, bei Bratislava. (Easyjet ab SXF). Muss ich mich bis 1.10. anmelden bzw. entscheiden.

2 Wettkämpfe mache ich noch, dann war es das mit der Saison. Duathlon in Finsterwalde am 3.10 und den ASICS_Grand_10_Berlin am 8.10.

Bis demnächst Olaf

One Response to “Ironman Italy, 23. September 2017”

  1. Thomas

    Das tut mir wirklich leid, Olaf. Ich hatte nur insoweit Glück, das sich nicht gestürzt bin. Allerdings gab es auch bei mir ein schnellen Ende.
    Ein schwimmen, dann Abbruch. Hier, ich bin noch auf Elba, kam ein Sturm auf. Kniehoch Wasser auf dem Weg zur Wechselzone, knöchelhoch schon im Sand am Strand. Shit happens. Nächstes Jahr Versuch ich es noch mal.
    Das mit der Beule am Rand ist hier übrigens normal. Die Serpentinen bergab sind hier auch sehr abenteuerlich. Italiens Straße n sind mit Ausnahme der (Maut-)Autobahnen ja durchweg so.
    Bis die Tage, wir wenn uns! 👋


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