Ironman Frankfurt (Olaf), 6. Juli 2014

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Die Erwartungen waren hoch bei Christoph und mir. Endlich über die lange Strecke das zeigen was man können sollte, worauf man sich Monate lang vorbereitet hatte.Eine Qualifikation für Hawaii war im Bereich des Möglichen, die bisherigen Wettkampfleistungen waren doch recht zufriedenstellend.

Vorweggenommen waren das 4 schöne gelungene Tage für mich, wesentlichen Anteil daran hatte auch Christoph. Alleine hätte ich das nicht so genießen können. Alles drum rum hat gut geklappt, ein schöner und sehr gut organisierter Wettkampf.
Anfahrt am Freitag, einchecken ins zentral gelegene Hotel, 10 min zu Fuß zum Römer, Registrierung, über die Ausstellung/Expo geschlendert und dann zur  Wettkampfbesprechung auf den Tribünen des Zieleinlaufs. Wir saßen dann im Schatten im Café und haben von dort aus bei Kaffee/Apfelstrudel die Wettkampfbesprechung verfolgt. Es war sonnig und so 30+°C, das war uns doch zu heiß auf der Tribüne. Zurück ins Hotel, auspacken, relaxen und dann mit der U-Bahn zum Eisstadion. In einem Festzelt fand die Pasta Party und public viewing statt. Deutschland – Frankreich. Ergebnis ist bekannt. Verpflegung gab es reichlich und wir holten oft Nachschlag.
Samstag Beutel packen, bike check in, relaxen und abends zum Italiener. Auf dem Großbild TV haben wir die erste Halbzeit Argentinien-Belgien gesehen, die zweite dann auf den Zimmern. Sonntag 3:00 Christoph/3:30 Olaf aufstehen, Frühstück im Hotel und 4:50 per Zubringerbus zum Waldsee. Es war soweit. Im Gegensatz zu Christoph kam bei mir keine pre race Spannung auf, weder in den Tagen davor, noch unmittelbar vor dem Rennen. Montag Abend hatte sich eine Erkältung durch ein Kratzen im Hals angedeutet, Dienstag war es dann soweit. Ich war bedient, habe fast nie etwas und dann ausgerechnet in der race Woche.  Nichts heftigen, Schnupfen und Schlappheit. Hatte ich im Frühjahr schon mal, konnte aber weitertrainieren. Ich hatte dann gleich geschaut, was ich mir für Kommentare in den Trainingsplan geschrieben hatte, von Montag bis Samstag stand ein roter Vermerk “Infekt” drin. Ich war wieder etwas zuversichtlicher und so war es auch, Sonntag war es (fast) weg, noch ganz leichter Schnupfen.
9:50 war das Ziel, nach 70 min auf dem Rad und nach 6:30 auf der Laufstrecke. 2010 hatte ich den Wettkampf schon mal gemacht, das war ein Debakel, diesmal sollte es besser werden.  Schwimmen mit Neo war erlaubt und ich war in der ersten Startgruppe mit ca. 300 Startern. Ich war in den 2 LD vorher so 67 bis 68 min geschwommen und hoffte ich bin jetzt etwas schneller. Allerdings war die Wechselzone doch länger als ich sie in Erinnerung hatte. Insbesondere die Länge des Sandstrandes und den Höhenunterschied hatte ich völlig verdrängt. Kurzerhand nahm ich eine Neudefinition vor, nach 75 min auf dem Rad und immer noch nach 6:30 auf der Laufstrecke, die Radstrecke sollte 1km kürzer sein als 2013.
Ich stand ganz rechts außen, die erste Wendeboje war ca. 1km entfernt, nach der Nationalhymne ging es los. Und es war gleich schwer aber nicht allzu voll. Nach ca. 1km war mir heiß und ich dachte gleich schwimme ich Rücken, nur ganz kurz zum Ausruhen. Es ging dann immer noch ein Stück weiter ohne ausruhen und irgendwann war die Anstrengung akzeptabel. 2,1 km, dann ein kurzer Landgang und 1,7 km.  Nach 71 min war ich aus dem Wasser und nach weiteren 5 min war ich eine min hinter dem (aktualisiertem) Plan. Den Sandstrand bin ich hochgegangen. Ich habe nicht auf die Puls Uhr geschaut, ich wusste auch so in welchem Bereich ich mich befinde. Dunkelrot.
Fürs Rad gab  es folgenden Plan: 20 min bis zu den 2 Radrunden, die erste in 2:25 und die 2. dann 5 min langsamer. Das klappte fast perfekt, 22 min + 2:25 + 2:30. Es war schwer, lief aber gut. Allerdings war der Preis hoch. Ich war fertig nach dem Rad und die Radzeit war auch nur möglich unter großzügiger Auslegung der Drafting Regeln.  Nach 90km überholte mich Christoph am Berg und war dann schnell weg. Ich war 15 min früher gestartet, hatte ihn aber wegen meiner bescheidenen Schwimmzeit schon früher erwartet. Nach 100km war ich noch mal dran (wie auch immer) und wir unterhielten und kurz, er hatte mich bei km 90 nicht gesehen, er war wohl zu schnell am Berg. Nach dem Rad ein schneller Wechsel in 1,5 min und rauf auf die Laufstrecke. 5 min hinter dem Plan und auf dem Rad war mir dann zum Schluss schon klar, dass ich nicht 3:20 laufen kann, ich nahm 3:30 als nächstes Ziel. Das könnte noch reichen, heute war vielleicht alles etwas langsamer.
Die Temperaturen waren Freitag so 30°C,  Samstag 26°C mit einigen Schauern und so sollte es auch Sonntag werden. Bewölkt mit Schauern, zumindest war es das letzte was ich gehört hatte. Ideal. Die Bewölkung verzog sich nach dem Schwimmen und auf dem Rad war es sonnig, schon heiß und auch windig. Auf der Laufstrecke angekommen dachte ich: “Ganz schön heiß für 26°C”.  Los ging es, beide Oberschenkel direkt über den Knien waren hart und kurz vor einem Krampf. Hatte ich auf dem Rad schon gemerkt, geschont hatte ich mich nicht. Läuft sich schon weg dachte ich und so war es auch. Der Puls war dann hoch und es war anstrengend aber kontrolliert. Ich versuchte langsamer zu laufen, der hohe Puls deutete auf zu hohes Tempo hin. Aber das war von der Hitze. Die erste Runde war 5:00 min Tempo, genau richtig, dann wurde es langsamer und ich streckte meine Ziel Zeit noch mal auf 10:10. Mit etwas Glück konnte das noch reichen. Es wurde schwerer und schwerer und der Biss war weg. Irgendwann glaubte ich auch nicht mehr an die 10:10. Es war ein schleichender Prozess, nach der 2. Runde sagte ich mir, ich laufe noch bis zum 3. Bändchen (für jede Rund gab es eines, in dem Falle bis km 28), dann gehe ich. Und dann ging ich auch, das war es mit der Qualifikation. Powerwalking, damit es nicht so lange dauert, Christoph wartete schließlich. Alles ok, ich wollte mich nicht mehr anstrengen. Nach der 3. runde schloss jemand zu mir auf, den ich gerade überholt hatte und wir unterhielten uns die ganze 4. Runde. Ich fand das gar nicht schlimm Gehen zu müssen, es war kurzweilig, es ging mir gut und man hatte Zeit sich alles anzuschauen. Mein Passman konnte allerdings kein Powerwalking machen und so dauerte die 4. Runde 1:50.
Das war es, kurz danach im ziel traf ich Christoph, bei ihm lief es fast perfekt, bis auf die letzte Laufrunde. Aber die Geschichte wird er selbst erzählen. Zurück ins Hotel, duschen und ins Restaurant. Burger mit Pommes und Krautsalat. Hatten wir schon vorher geplant. Als Belohnung. Christoph schaute im Internet nach den Tagestemperaturen in Frankfurt. Aktuell 29°C, max. 31°C. Gut dass ich das die Tage  vorher nichtgewusst habe, das hätte mich beschäftigt. Danach zur Finisherline, die letzten Athleten beobachten. Um 22:00 war dann schlagartig Ziel Schluss, wobei einige wenige Minuten überzogen wurde, um noch einem Schwung Athleten das finishen innerhalb der Ziel Zeit zu ermöglichen. Tolle Stimmung. Es regnete kurz und heftig, leider etwas spät.
IM Frankfurt 2014
Montag sind wir dann zur Siegerehrung und Hawaiislot roll down. Sebastian Kienle signierte A0 große Hannes Hawaii Poster (mit Kienle in Aeroposition drauf). Wir haben jetzt beide eines. Komisch, für so etwas habe ich mich nie interessiert, jedenfalls habe ich eines genommen.  Siegerehrung war auch ein Erlebnis, gut gemacht halt.
Das war bei mir die 3. LD in Folge, die nicht so geklappt hat wie gewollt. Beim Gehen auf der 3. Runde sagte ich zu mir, dass ich vorläufig keine LD mehr mache und mich auf die Halbdistanz konzentrieren werde. Die beherrsche ich wenigstens. Abends erzählte ich davon Karin, die das wohlwollend aufnahm. Vor dem Einschlafen (was bei mir immer lange dauert nach einer LD, obwohl ich erschöpft bin) kamen mir dann schon Zweifel. Was, wenn es an den Temperaturen lag. Die Erfahrung hatte ich schon ein paar mal gemacht. Montag morgens schaute ich schon was es 2015 für IM gibt wo es nicht so heiß ist, Bolton, Kopenhagen, Kalmar, etc.. Vor dem Frühstück nahm ich mir noch 5 min Zeit und skizzierte die nächsten 12 Wochen bis zum Berlin-Marathon als Trainingsplan. Optional ein 70.3 zwischen dem Ötztal Radmarathon und dem Berlin Marathon. Alles war wieder gut.
Woran lag es bei mir? Ich denke an den Temperaturen und unangepasster Anstrengung auf dem Rad. Das mit dem Gehen wenn ich nicht mehr laufen will bzw. das Ziel nicht mehr erreichbar ist muss ich mir abgewöhnen. Ironie des Schicksals, beim roll down in der AK 50 ging der letzte Platz mit 10:21 weg, einige wollten nicht oder waren nicht da. Für mich hätte der Marathon in 3:45 gereicht und das hätte ich geschafft. So was kommt von so was. Am 11.10 hätte ich vor Ort sein können. Der 10. in der AK hatte allerdings 9:56 und es gab 10 Plätze, das hier war schon eine Ausnahme.
Olaf

One Response to “Ironman Frankfurt (Olaf), 6. Juli 2014”

  1. Schöner, detailierter Bericht wie immer! Und deine Leistung? TOP! Ich gratuliere, auch wenn du vielleicht nicht ganz so glücklich damit bist. Ich find’s toll!


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