Ironman 70.3 Rapperswil (CH), 5. Juni 2011

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von OLAF: Mein erster (A) Wettkampf dieses Jahr, ich war ausgeruht und motiviert. Meine  Ziele waren eine gute Reise, gutes Rennen, ausgeglichenes Tempo und hinterher wollte ich sagen können: Es ist optimal gelaufen und ich hätte  nicht schneller sein können. Weiterhin wollte ich unter 90min Laufen und mich für Las Vegas qualifizieren. Ob ich dann tatsächlich gefahren wäre, war nicht sicher, jedenfalls wollte ich das Ticket erst mal kaufen. Zwischen 4:45 und 5:00 hatte ich für mich als realistisch angesehen und eine Studie der Qualifikationszeiten der letzten Zwei Jahre ergab ,dass die Zeit dicke reichen sollte.

2 Erfahrungen, die ich vorab schon teilen möchte sind:

1. Obwohl ich nur einen begrenzten Ausschnitt der Schweiz gesehen habe, glaube ich, dass man im Sommer überall und zu jeder Zeit das Läuten von Kuhglocken hören kann. Das Geräusch ist allgegenwärtig.
2. Ich muss öfters mit meiner Frau reden. Ich hatte am Vorabend des Rennens noch 300 SFr abgehoben, um den Startplatz bezahlen zu können, wenn ich denn am Sonntag nach dem Rennen bei der Slotvergebe aufgerufen worden wäre. Als ich das Karin gesagt hatte meinte sie: ” Du kannst nicht fahren, da bin ich auf Klassenfahrt”. Soviel dazu,  jedenfalls musste ich mir darum keine Sorgen mehr machen. Von den 300SFr haben wir dann Sonntag abend 140 SFr in der Pizzeria und 15 SFr für 4x eine Kugel Eis ausgegeben. Ist halt die Schweiz.

Los ging es am Donnerstag mit Easyjet von SXF nach Basel. Alle 5 Familienmitglieder, nur Handgepäck und den Radkoffer. Alles problemlos,
50min Verspätung, sonst alles ok. Weiter mit dem Mietwagen, 1,5hrs Fahrzeit. Apartment, ca. 20km vom Start entfernt. Direkt an einem See,
mit Blick auf die Weiden und mit Restschnee bedeckten Berge. 200 SFr pro Nacht zzgl. Endreinigung, war aber sehr schön und es gab frische
Kuhmilch und selbstgemachten Butterzopf. Lecker, den mit Erdbeermarmelade zum Frühstück vor dem Wettkampf.
Am Donnerstag abend dann gleich die erste Schwimmübung im (Haus)See. Ich war nur einmal vorher im Kiessee und das fiel mir sehr schwer. Also, rein ins Wasser und los. Nach 100m war ich wieder draußen und habe meine Neo Badekappe angezogen. Wieder 100m und raus zum aufwärmen. Noch 3x das Ganze, dann dachte ich, es wird schon gehen und kann nur besser werden. Was ich noch nicht wusste, der See lag ein paar 100m höher als der Zürichsee und war deutlich kälter. Der Zürichsee hatte am Sa dann 17,7°C und am So dann 18,5°C, das war völlig ok. Beide Tage war schönes Wetter, ~25°C und sonnig.
Start war um 9:00hr, meine AK als letzte um 11:00hr. Jemand aus der Pension hatte mich mitgenommen. Lt Ergebnisliste 1703 Männer und 373 Frauen, 267 Starter in meiner AK. Eine Runde Schwimmen im See, gut gekennzeichnet. Wasser war aufgewühlt und trübe die ersten und letzten 200m, der Rest war klar. Ca. 20m breites Startfeld. Ich hatte schon einen der anderen Starts gesehen und bemerkt, dass es kein Gedränge gibt, zumindest nicht in der Mitte oder Außen. Ich habe mich getraut aus der 2.Reihe in der Mitte zu starten und bin gut weggekommen. Leider bin ich den größten Teil alleine geschwommen, es ist mir nicht gelungen im Wasserschatten zu schwimmen. Auch bin ich in den 2er Zug “zurückgefallen”, erst zum Ende dann 3er, was ich eigentlich beherrsche. War die mangelnde Übung hoffe ich. Nach ~35min und 50ter in der AK war ich aus dem Wasser. Ich hatte mich sehr angestrengt und der Puls war, wie ich im nachhinein gesehen
hatte, so hoch wie auf dem Rad und der war so wie er sein sollte.
Lange Wechselzone und nach ~ 4min rauf aufs Rad. 10km flach, 10km bergauf, 15km bergab, 10 km flach. Das Ganze 2x. Sah so einfach aus auf dem Papier/Höhenprofil, bergauf ist mir dann doch schwergefallen. 8..9km/h an den steilsten Stellen. Das waren 2x~450 Höhenmeter. Wenn ich daran denke, dass mich in 8 Wochen 2500 Höhenmeter erwarten, werde ich etwas unsicher. Rad lief jedenfalls gut, beide Runden fast gleiche Zeit und ich war noch fit. Vielleicht hätte ich 2min schneller sein können, ich hatte eine Gelbe Karte wegen Aeroposition in einer nicht erlaubten Zone bekommen und musste 2x stoppen. Der Schiedsrichter kam hinterhergerannt nachdem er mich angepfiffen hatte (ich wusste gar nicht was los war), erklärte was falsch war, Startnummer notiert und mich auf die nächste Penalty Box verwiesen. Dort die Kartenfarbe genannt, Startnummer eingeschrieben und unterschrieben. Von den “aerofreien” Zonen hatte ich schon gehört, mich aber nicht weiter drum gekümmert, die sollten ja ausgeschildert sein. Jedenfalls hatte ich  die nicht bemerkt, schon auf der ersten Runde nicht. Weiter ging’s, nach 2x 80min war ich von Platz 50 auf Platz 40 vorgerückt. Die Radstrecke war sehr voll auf der ersten Runde, die zweite ging.
Ohne Socken ging es auf den Halbmarathon. Auf der Laufstrecke waren alle AK vertreten, die direkten AK Konkurrenten kann man nicht erkennen. Ich bin zügig angelaufen, vielleicht etwas zu schnell, die Anstrengung war gering und wie gehofft, das Tempo hoch. Das Tempo konnte ich nicht genau kontrollieren, die km Angaben stimmten nicht, jedenfalls nicht so wie ich es gebraucht hätte. Nach ~8km hatte ich einen “Tiefpunkt” der Puls sank ab aber ich konnte mich wieder motivieren. Zwei ausgeglichene Runden auf der vollen und engen Laufstrecke. 2x ~ 60 Stufen in der Altstadt und Kopfsteinpflaster. Abgesehen von 3 Staffelläufern und einem, der schon eine Runde weiter war, hatte mich niemand überholt. Nach 1:30:48 war ich im Ziel, Endzeit war 4:51:10 und ich war erschöpft, aber nicht völlig.

Nach dem Umziehen wurde gerade die Ergebnisliste aktualisiert, ich war 245ter insgesamt. Kurz die Liste nach oben durchgesehen, wievielter ich in der AK bin. Ich hatte so 8 vor mir gesehen. Damit war ich sehr, sehr zufrieden. Zuhause sollte ich dann sehen, dass ich 23ter in der AK
geworden bin und war etwas enttäuscht. So schnell geht das.
Jedenfalls  alles prima gelaufen, schöner Wettkampf und schöne Reise. Wir hatten viel gemacht und der Wettkampf lief so nebenbei. Die Anderen waren am Sonntag im Tierpark und wir haben uns erst auf der Laufstrecke 2x gesehen, die Damen waren dann zwischendurch noch Baden. Rückreise am Montag auch problemlos. Auch wenn ich nicht alle meine persönlichen Ziele erreicht hatte, so bin ich doch happy. Demnächst schaue ich mal, bei welcher Zeit der letzte Qualiplatz weggegangen ist. Vielleicht mache  diesen WK nächstes Jahr wieder oder einen anderen 70.3.

Olaf


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