Frankfurt Marathon, 29. Oktober 2017

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von Karsten: Mainova Frankfurt Marathon am 29.10.17 oder Aufgeben wird wenn möglich vermieden

Da wir aus familiären Gründen dieses Jahr nicht an unserem „Heimmarathon“ in Berlin teilnehmen konnten, buchten wir im Frühjahr den Marathon in Frankfurt a. Main. Die Winter,- und Frühjahrsvorbereitung auf die Triathlon,- und Laufsaison verlief fast optimal und so war zu dieser Zeit eine PB im Marathon locker drin…………

Der erste Härtetest kam am „Römerschanze-Lauf WE“. Innerhalb von 24 h wollte ich 3 Wettkämpfe in 3 Bundesländern absolvieren! (Hat sich halt so ergeben…..) Zuerst der Römerschanzelauf, bei dem ich zum ersten mal auf dem Treppchen in meiner AK landete! Ich hatte die erste Runde mit gutem Gefühl absolviert und in der zweiten Runde „saugte“ ich mich an die vor mir Laufenden heran. Ich hatte keinen Machtplan für dieses Rennen, wollte nur in etwa so die Zeit halten wie im Jahr zuvor. Es lief einfach optimal!

Danach ging es direkt zum Airport Run, wo ich eine 4er Firmen-Staffel mit Kollegen/ innen angeregt hatte. Hier lief ich als letzter die 4km bei maximaler Pace und hatte nur leichte Probleme den kürzesten Weg zu nehmen, da die Strecke schlecht ausgeleuchtet war. Ansonsten war dies ein neues, sehr positives Erlebnis. Das schwierigste hierbei war für mich, zwischen den beiden Wettkämpfen sich zu entspannen und dann „auf Knopfdruck“ wieder die richtige Spannung zu finden. Hier sind wir auf dem 3. Platz Firmen intern gelandet.

Dann zu Hause gegen 23.00 Uhr noch Nudeln rein schaufeln und schnell schlafen.

5.30 Uhr ging es nach Leipzig, meine Frau hatte den Marathon gebucht und ich hatte mich zum Halbmarathon „überreden“ lassen. Um 10.00 Uhr ging der Marathon los, ich legte mich noch einmal ins Auto und schlief mich noch etwas fit……. Um 12.45 Uhr ging es für mich los und ab km 13 lief es dann nicht mehr wie gewohnt so locker, die letzten beiden Wettkämpfe zeigten ihre Nachwirkungen. Aber Leipzig ist immer eine Reise wert und der Wettkampf war gut organisiert.

Danach machte ich erst einmal ein paar Tage Pause.

Das 10 tägige Trainingslager im Mai auf Mallorca lief wie ein Länderspiel. Leistung und Wohlbefinden auf einem neuen Level. Alles lief perfekt….zu perfekt. Kurz nach dem Trainingslager fiel ich in ein sportliches Leistungsloch, ich war nur noch müde. Ich dachte erst ein Virus, ließ alles durch checken, zum Glück alles i.O. Aus meiner Sicht war es Übertraining, ich nahm mich sportlich komplett zurück und fing dann wieder nach einer Ruhepause langsam an. Absolvierte ein paar Wettkämpfe und hatte plötzlich im Sprunggelenk Schmerzen immer ab ca. km 3 beim Laufen. Also wieder Pause und kleinere Trainingseinheiten im Wechsel, denn die Schmerzen wuchsen eher. Das zog sich bis Mitte Oktober hin, an eine durchschnittliche Marathonvorbereitung war nicht zu denken. Jetzt ging es darum, starte ich überhaupt noch…… bzw. kann ich in Zukunft überhaupt noch Laufen?

Also 2 Wochen vor Frankfurt a. M. zum Orthopäden, CT und Auswertung innerhalb von 7 Tagen um dann auf Knien rutschend die Absolution für den Wettkampf vom Doc zu bekommen. (Er hat nicht nein gesagt) Zum Glück habe ich „nur“ eine stark entzündete Sehne im Sprunggelenk und da dieses Sportwochenende ein besonderes für uns war, ging es ab nach Frankfurt a. M.

Das absolute Highlight an diesem WE war für mich am Samstag das Meet and Greet mit Jan Frodeno. Ich hatte vorher eher zufällig im Messeplan gelesen, dass er am Samstag bei seinem Sponsor aufschlägt und hatte instinktiv mein Ironman Roth Shirt eingepackt……man weiß ja nie.

Und es passte alles und so bekam ich nicht nur ein Foto mit dem Ausnahmesportler, sondern auch noch die Unterschrift auf mein Shirt. Einfach Wahnsinn!! Ich hätte jetzt auch wieder nach Hause fahren können……… aber ein positives, sportliches Ergebnis (nur ankommen ohne bleibende Schäden war geplant) zum Ende der Saison hilft immer besser über den Winter. Wir brauchten nur 5 min zu Fuß vom Hotel zum Start und trotz der Wetterprognosen (Böen bis 120 km/h) waren wir gut drauf. Die Strecke war für Topzeiten vorbereitet, die Stimmung am Streckenrand war gut (es gab immer wieder kleine Stimmungsnester und Power Musik am Rande der Strecke) und kleine Schauer kamen auch erst nach den ersten 20km. Der Wind war unberechenbar, ich hatte es mir aber schlimmer vorgestellt. Nach den ersten 20km merkte ich spürbar dass die langen Läufe fehlten. Aber das wusste ich ja vorher und so versuchte ich kontrolliert km um km abzuspulen. Bei km 28 bekam ich die „2te Lunge“ und versuchte mein Tempo wieder anzuheben, aber beide Oberschenkel signalisierten;…… mach mal piano“. Also ablenken und auf die Massage danach freuen! Ich kann mich nicht erinnern, so fix und fertig mal einen Wettkampf gefinisht zu haben (außer vielleicht meinen ersten HM in 2.25h) Ich wollte nur noch ins Hotel, duschen und ins Bett! Nach der Massage (stellt die bei Berlin Marathon komplett in den Schatten!) lebte ich schon wieder etwas und nach Dusche und Sauna im Hotel fanden wir auch den Weg bis ins Maredo Steakhaus (wo es dann die 300gr……… Belohnung gab) Meine Frau kam auch gut ins Ziel und kann mit dem Ergebnis und den daraus gewonnenen Erkenntnissen positiv in die kommende Saison blicken. Am Ende des Tages stand dann für mich eine 3:55:30h auf der Uhr, ich war überglücklich das Jahr positiv beenden zu dürfen und jeder von uns hatte auch schon mal den einen oder anderen Wettkampf mit dem Motto gefinisht“Sportler kennen keinen Schmerz“!

Ich wünsche allen ein: Kommt gut und verletzungsfrei über den Winter und genießt immer den nächsten Wettkampf“! Ich mache jetzt erst einmal bis zum Januar eine Laufpause und werde dann wieder sportlich durchstarten.


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