Challenge Iceland, 23. Juli 2017

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von OLAF: Eine Mitteldistanz vom Veranstalter Challenge Family. Sponsor ist offensichtlich die Fluglinie, mit der wir auch geflogen sind. 2016, nach der Premiere der Veranstaltung, hatte ich den Bericht gelesen und den Wettkampf „vorgemerkt“. Anfang 2017 dann alles gebucht, Familienurlaub mit Triathlon. 9 Tage, davon 4 Tage Reykjavik und den Rest weiter westlich. Die Unterkunft jeweils über AirBnB gebucht, in der Hauptstadt ein Haus nahe Zentrum und dann eine Sommerhütte. Zusammen mit dem Mietwagen kam schon eine stattliche Summe zusammen, Island ist deutlich teurer als Deutschland. Lebensmittel kosten ca. 50% mehr, alles andere wahrscheinlich auch so. Essen im Restaurant kostete noch mehr, Pizza z.B. zwischen 20€ und 30€. Selbstverpflegung war angesagt.

Nachdem die Reise gebucht war hatte ich mich nicht weiter drum gekümmert. Das Video vom Veranstalter kannte ich. Die Strecke sah flach aus und es regnete leicht, die Athleten im Video fuhren im Trisuit (wahrscheinlich die PROs). Hatten sie halt einen schlechten Tag fürs Video erwischt, dachte ich. Wird schon ok sein, schließlich war Hochsommer. 2 Wochen vor dem Renntag kam ein Mail mit Infos; Wasser so zwischen 12°C und 16°C, Neoprensocken und Kappe waren erlaubt. Warme Kleidung sollte mitgenommen werden, das Wetter in Island ist wechselhaft. Ich schaute nun doch mal wie das Wetter im Sommer so ist, 15° Tag, 12° Nacht. Überraschung, das hatte ich mir anders vorgestellt. Die Neoprensocken habe ich noch schnell gekauft, die Kappe hatte ich. Der Kurs war auch nicht flach, die Radstrecke hatte ca. 1000 Höhenmeter, die Laufstrecke ca. 160 Höhenmeter. Egal, ist vielleicht gut so, wenn man nicht alles vorher weiß und hätte wahrscheinlich auch Unterschied gemacht.

Der Rennwochen Rhythmus kommt auf Reisen bei mir oft etwas durcheinander, üblicherweise Di, Mi, Do noch mal kurze Belastung im Renntempo, Fr Ruhetag und Sa dann so 30min Laufen und/oder Rad. Freitag war dann bei uns 3,5 Stunden Bergwanderung und ich fragte mich, ob ich Muskelkater bekommen würde. Samstag nur 5min Laufen, mir fehlte die Lust zu mehr. Freitag nach der Wanderung dann Probeschwimmen im See, der lag in der Nähe. Im Hintergrund Berge, Schneefelder ca. 200m über Seeniveau. Neo an, Socken an, Kappe und Brille auf und ohne warmmachen in den See und gleich 100m losgeschwommen und wieder zurück. Alles ok, Gesicht sehr kalt, Hände gingen so, der Rest war bedeckt und eher warm als kalt. Das Ganze gleich noch mal mit dem gleichen Gefühl. Würde schon gehen, Gesicht tut nur weh und die Hände, na das würde ich dann schon sehen. Ich war erstmal beruhigt, hatte mich allerdings im Lendenwirbelbereich gezerrt, bzw. das Zipperlein machte sich bemerkbar, das ging dann auch nicht mehr weg. Ärgerlich, aber machte auch nicht so den großen Unterschied. Regen war für den Renntag nicht angesagt, 12..14°C bedeckt. Die Sonne hatte ich bis dahin noch nicht auf Island gesehen, war aber für die nächsten Tage angesagt. Ich fragte mich, ob Sonne immer für die nächsten Tage vorhergesagt war. Mittwoch vor der Abreise schaute ich wie das Wetter sein würde und für Sa und So waren 15..17°C mit Sonne vorhergesagt, Do morgens schaute ich noch mal, da waren es 12°C mit Regen. Erstaunlich wie sich das Wetter innerhalb der kurzen Zeit ändert, bzw. wie verlässlich die Vorhersage ist.

Wettkampfbesprechung mit Pastaparty am Samstag, die Besprechung war ein Witz. Essen war ok, den Rest hätte ich mir schenken können. Der Racedirektor, Einar mit Vornamen, sagte er geht nur kurz durch den Athletsguide, um dann in einer eigenen Präsentation auf das Wichtige einzugehen. Tatsächlich öffnete er den Athletsguide um dann gleich nach unten scrollen, ca. 20 Seiten in 5 Sekunden, das sollte wohl ein beabsichtigter Witz sein. An sich auch ok, die Unterlagen kann man ja selbst lesen. Die Präsentation hatte diverse Rechtschreibfehler (Englisch scheint auch für die Isländer die erste Fremdsprache zu sein) und auch sachliche Fehler, Überholzeit und Abstand verwechselt, alles nicht so wild, aber unpassend fand ich. Ist den Teilnehmern selbst aufgefallen, der Racedirektor hätte das nicht bemerkt. Vielleicht waren die Isländer auch einfach nur besonders entspannt. Lt. Veranstalter würde bei starkem Wind das Rennen eine Stunde verschoben werden, ich dachte, davon wird der Veranstalter Gebrauch machen, weil er das nicht pünktlich organisiert bekommt. Jedenfalls war ich etwas enttäuscht.

Am Freitag hatte ich einen Teil der Radstrecke gesehen, Wendepunktstrecke, 3km Anfahrt vom See zur Küstenstraße, dann die Küstenstraße bis km 45 und zurück. Wunderschön, wellig und guter Belag. Ich freute mich schon. Kurz bevor man auf die Küstenstraße abbiegt, ging es bergab. Man würde mit Tempo ankommen, in der Kurve lag Rollsplit, davor ein Viehgitter (eines von denen mit 10cm Spalten zwischen den Streben), danach auf der Küstenstraße eine Brücke mit Einengung und einer Art Antirutschgitter aus Metall als Bodenbelag. Der Mattenstoß in Längsrichtung sah bedrohlich aus, ich dachte, wenn man da entlang schabt ist der Rennen vorbei. Gatter und Einengung wurden in der Besprechung erwähnt, der Rest nicht. Die ersten 20km der Küstenstraße hatte ich gesehen, wahrscheinlich wusste ich alles.

Start war um 10:00, Abfahrt um 8:00, Ankunft um 9:00. Es war sehr windig. Der Rest der Familie würde, nachdem sie mich abgesetzt hatten, einen Ausflug machen und ggf. kurz vor Schluss an die Laufstrecke kommen, wie sonst auch. Geschäftiges Treiben in der Wechselzone, Wiese am See, 2 Umkleidezelte für T1 bzw. T2 (die waren so klein, das konnte nie reichen). 2016 waren ca. 70 Finisher, 2017 waren so 150 in der Meldeliste. Die Bike & Run Beutel lagen auf einem Haufen, ich packte meine dazu, hoffend dass die noch sortiert werden würden. Bojen waren zu sehen, wie genau geschwommen werden würde war nur in etwa klar. Es gab wohl seichte Stellen, aber auch hier galt; die anderen wussten nicht mehr als ich und es würde schon alles klappen.

Es folgte eine Sondermitteilung der Rennleitung, die Schwimmstrecke ist verkürzt auf 1500m, kein Rundkurs, Start ist an der anderen Seeseite, dann direkt zu T1. Zum Start würden wir laufen, After-Race Kleiderbeutel mitnehmen, die werden dann zurückgebracht. Wassertemperatur 12,5°C, dort wo wir starten 11,5°C, da kommt ein Bach rein.

Die Änderung war ganz in meinem Sinne, das Wasser war mir eh zu kalt und bei dem Wind gegen den Wind zu schwimmen wäre nicht angenehm. Start jetzt um 10:15, wenn wir jetzt losgehen, würden wir es pünktlich schaffen. Angekommen, warmgelaufen, umgezogen, 10 Minuten vor dem Start war ich fertig. PRO M Start 10:15, PRO W 10:18, 10:20 dann wir. Viele Bojen, wo ging es lang? Ich konnte beide Starts sehen und wusste dann auch um welche erste Boje zu schwimmen war. 100m durch das Wasser waten bis zur Startlinie, ich merkte mir die Orientierungspunkte am Horizont, die Bojen waren eher klein. Kurz nach dem Start der PRO W ging es für uns los. Ich hatte das schon geahnt und war in Position, die meisten anderen nicht. War kein allzu großer Vorteil aber ich hatte auch nichts verschenkt. Das Rennen wolle ich so schnell wie möglich machen, meine anfänglichen Ziele hatte ich aber revidiert, da kannte ich die Strecke noch nicht, bzw. die Ziele waren unangepasst.

Schwimmen lief dann an sich gut, es war nicht zu kalt (jedenfalls nicht kälter als erwartet), Hände und Gesicht ok und der Rest mollig warm. Die Orientierung klappte nicht so wie gewollt, ich schwamm den anderen hinterher. Einige Male sah ich den Boden unter mir, an den Stellen hätte ich auch Laufen können, bzw. ich hatte Sorge dass es zu flach wird. War halt wirklich seicht. Nachgemessen waren es ziemlich genau 1500m, merklich mit Rückenwind, die Strecke kam mir dann doch lang vor, ich ersehnte den Schluss.

Mit mir kamen viele aus dem Wasser, ich ergatterte einen der wenigen Sitzplätze. In T1 habe ich dann einige Minuten verschenkt, ich hatte in etwa einen Plan, aber die Umsetzung war ungenügend. Die Beutel waren inzwischen sortiert und lagen den Startnummern entsprechend aufgereiht. Neo aus mit Socken, Neokappe mit Brille und Badekappe, es dauerte lange. Ich hatte nichts weiter unter, trockene Sachen sollten es für die Radstrecke sein und ich war auch unsicher, wie es mir nach dem Schwimmen gehen würde und was bei den Temperaturen auf der Radstrecke für mich angemessen ist. Socken, Compression Calfs, Neo Schuhkappen, Trihose, Baselayer, Radtrikot und ein enges langärmliges Shirt, Handschuhe, das volle Programm halt.  Nachdem ich alles bis auf die Unterhose aus hatte, öffnete ich den Radbeutel, der Inhalt sah fremd aus. War ja auch nicht meine Nummer sondern 10 weniger, Nr. 186 anstelle 196. Peinlich. Raus aus dem Zelt, den anderen Beutel hingelegt und meinen gegriffen (ist nicht aufgefallen, der Andere war noch nicht aus dem Wasser lt. Ergebnisliste, Glück gehabt). Zurück ins Zelt, allerdings ins falsche, das war für die Frauen. Zurück auf dem noch freien Platz im richtigen Zelt, versuchte ich die enge Kleidung mit klammen Händen über die nasse Haut zu ziehen. Irgendwann war ich fertig, die Schwimmsachen in den Beutel gepackt, abgegeben und zum Rad gelaufen, Handschuhe noch nicht an. Helm auf und Handschuhe an, das hat noch mal 1 Minute oder so gedauert, die waren eng bzw. es flutschte nicht. Alles in allem ca. 7 Minuten für T1 bei wirklich kleiner Wechselzone, die anderen waren schneller. Von 124 Finishern war ich 37ter nach dem Schwimmen und 49ter auf dem Rad, 12 Plätze verloren.

17 Starter haben aufgegeben, davon nur 3 direkt nach dem Schwimmen. Unangepasste Kleidung auf dem Rad war bestimmt bei einigen der Grund, jedenfalls wollte ich im Nachhinein nichts missen von dem was ich angezogen hatte. (Der Radcomputer hatte dann 10.9°C Durchschnitt angezeigt)

Auf dem Rad lief es gut, bis zur Küstenstraße Rückenwind, die Gefahrstellen gut gemeistert und dann war nur noch Treten und Festhalten angesagt. Es war zu windig, um die Radstrecke genießen zu können. Der Wind kam bestimmt immer aus der gleichen Richtung, die Küstenstraße folgte aber der Küstenlinie und die war alles andere als Gerade. Böig und unverhofft, oft Seitenwind. Die Radstrecke war nicht gesperrt, aber wenig Verkehr bzw. alles entspannt. Oft konnte ich nicht in Aerohaltung fahren, bzw. musste umfassen, um die Kontrolle zu behalten. Ich überholte und wurde selten bzw. resultierend gar nicht überholt. Bei km 30 überholte ich zum ersten Mal einen aus meiner AK (Nr. 188 bis 205 waren alle lt. Startliste in meiner AK). Vereinzelt kam mir einer entgegen dann einige. Wenn jetzt die Wende kommt, liege ich gar nicht so schlecht im Rennen dachte ich, so viele waren noch nicht vorbei. Und da war sie auch schon. Von km 30 bis 65 (1+ Stunde) überholte ich keinen und mich auch keiner. Den Nächsten sah ich vor mir, der Abstand verringerte sich kaum. 20km nach der Wende war ich dran. Einer aus einer Staffel, frustrierend, der nächste nicht in Sicht. Einen überholte ich dann noch, die letzten 3km gegen den Wind, 10 km/h oder so. Irgendwann war ich in T2. Der Rückweg hatte 10min länger gedauert als der Hinweg, ich war fertig für die Laufstrecke.

90min wollte ich, das würde nichts werden. Wie auch, so wie auf dem Rad so ging es weiter, wellig und windig. Mit Mütze, ich hatte kurz überlegt, auch hier wieder, das war die richtige Entscheidung. 2 Runden mit jeweils 3 Wendepunkten. Laufen war schwer, ich lief so schnell ich konnte, es sah langsam aus. Vor mir entdeckte ich keinen aus meiner AK an den Wendestellen. Einer hatte sich in T2 zu mir auf die Bank gesetzt, der kam offensichtlich kurz nach mir vom Rad. Der lief jetzt so 50m hinter mir. Könnte meine AK sein, die Startnummer sah ich nicht. 2te und 3te Wende der gleiche Abstand, ich wollte langsamer laufen, hoffend, das sich der Abstand vergrößern würde, dann könnte ich etwas nachlassen. Die letzten 3km der Runde waren leicht bergab und mit Rückenwind. Endlich sah es mal schnell aus, ich lief direkt vor der ersten und zweiten Frau, die kamen nicht vorbei, hatten aber 10km Vorsprung. Zweite Runde wie erste Runde ich kam nicht weg wurde aber auch nicht vom vermeintlichen AK Konkurrenten überholt. An der letzten Wende war er 100m hinter mir, das würde reichen wenn ich durchlaufen kann. Wenn er schneller können würde, hätte er das längst gemacht. Zieleinlauf unter dem Jubel der Familie (die waren ab km 10 schon da). Der Andere war AK 45, gut dass ich das nicht gewusst hatte. Karin sagte ich bin 2ter in der AK aber irgendwie hat das alles nicht gestimmt bzw. war nicht schlüssig, die Zeiten, die  Reihenfolge, der erste in meiner AK soll kurz vor mir gewesen sein. Den hätte ich bemerken müssen.

Siegerehrung war gegen 19:00 in der Nähe des Starts/Ziels. Wir sind dann nach Reykjavik zurück gefahren, eine Stunde Pause und dann wieder los. Die online Ergebnisse zeigten bei mir keine Endzeit an, alle Zwischenzeiten waren drin aber ich war nicht in der Wertung, das änderte sich auch nicht mehr. Die Gesamtzeit wusste ich nicht genau, aber wer nach mir ins Ziel kam, ich müsste erster in meiner AK sein. Ich hatte dann den Veranstalter angesprochen, es ließ sich korrigieren, gerade noch rechtzeitig für die Siegerehrung. Auf dem Podium gab es noch eine kurze Diskussion mit den bis dahin ersten und zweiten in der AK, die nun eine Stufe tiefer standen und für die das eine Überraschung war. Aber es klärte sich alles.

Zusammenfassend war der Wettkampf schon was Besonderes, Schwimmen und Rad jedenfalls. Von der Größe her wie der Spreewald Triathlon. Platzierung bzw. Split wie üblich, Von 124 Finishern die 37te Schwimmzeit, 20te Radzeit und 11te Laufzeit, insgesamt 15ter. Eigentlich 14ter nach meiner Rechnung, die Laufzeit war geschätzt und gestoppt hatte ich 30sec weniger. Ich konnte mich auch nicht erinnern, dass mich noch einer überholt hat. So war ich dann zwischen dem ersten und zweiten in der AK45. Kommt halt immer drauf an, wer da ist/teilnimmt. In Müllrose war ich 9ter insgesamt und 4ter in der AK.

Wir haben dann noch einige schöne Tage, auch mit Sonne, verbracht. Viermal Baden waren wir, bzw. in den warmen bis heißen pools sitzen, das ist hier verbreitet und beliebt. Mo bis Do habe ich kein Sport gemacht, jetzt geht es noch mal los, LD Training noch ein paar Wochen.

In 2018 gibt es einen 70.3 in Finnland/Lahti am 30. Juni, Start 16:00 mit Finish in der Mitternachtssonne, wenn die denn scheint und man lange braucht, Waser 16..20°C . Flug ab TXL bis Helsinki und dann eine Stunde mit dem Mietwagen. Mal sehen ob ich den mache, wenn dann ohne Familie, da sind noch keine Ferien.

Results sind hier: www.challengeiceland.is

Video

Olaf


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