32. Hamburg Marathon, 23. April 2017

This entry was posted by on Donnerstag, 27 April, 2017 at

von CHRISTOPH: Um so länger ich über das Rennen am letzten Sonntag nachdenke, desto besser gefällt mir meine Leistung. Warum dies so ist, darauf komme ich noch im späteren Verlauf des Berichts. Zuallererst muss unbedingt Erwähnung finden wie gut der Marathon organisiert war. Auch die Strecke ist wunderschön. Aber dies brauche ich sicherlich nicht extra zu erwähnen. Die meisten Rangsdorfer kennen den Hamburg Marathon sicherlich aus eigener Erfahrung! Als ich das Messegelände erreichte, machte ich mir recht wenig gedanken über das Wetter. Es war zwar kalt, aber warum sollte dies ein Problem darstellen? In den Morgenstunden war es zumindest trocken und der Wind auf einem Rundkurs kann unmöglich ein sehr großer Faktor werden. Etwas Smalltalk, umziehen und ein sehr kurzes Einlaufen, bevor es kurz vor 9 Uhr in den vorderen Startblock ging.Welcher nochmals unterteilt wurde für Laüfer, welche unter 2:45h laufen können. Eine sehr vorteilhafte Regelung. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie wir 2014 zusammen mit Christian in Frankfurt fast 30 Minuten hinter dem 3h Zugläufer hinterherlaufen mussten! Hier waren im Block A höchsten 200 Läufer und schon die ersten Kilometer konnten vollkommen frei gelaufen werden. Für das was nach ungefähr 5 Minuten passierte muss ich kurz auf die Kleidungsfrage eingehen. Eigentlich war ich am Start noch sehr sicher mit kruzen Unterhemd, Laufshirt, Ärmlingen und kurzer Laufhose sehr gut aufgestellt zu sein. Ich fror zumindest nicht und wer weiß wie sich die Temperaturen im Laufe des Rennens noch entwickelt hätten. Aber alles sollte vollkommen anders kommen. Es fing sofort nach dem Rennen an zu hageln und zu regnen. Es war für ungefähr zwei Kilometer vollkommen surreal. Dazu kam starker Gegenwind und ein recht unpräziser Abdruck, welche die kurzzeitliche Untergangsstimmung abrunden sollten. Mir fehlt es eindeutig an Erfahrung um so ein Szenario einschätzen zukonnen bzw. die möglichen Folgen beurteilen zu können. Es war eiskalt, aber der hormonelle Gesamtzustand ließen mich einfach durchlaufen. Es ist schon bemerkenswert wie wenig man von dem, um sich herum mitbekommt, wenn man absolut im Tunnel läuft. Nach recht kurzer Zeit waren wir wieder trocken und das Rennen konnte so richtig beginnen. Ich pegelte mich um die 18:45 Minuten auf die 5 Kilometer ein und konnte diesen Schnitt sehr lange kontrollieren. Es war aber nie so wie in Braunschweig, wo ich mich ständig zügeln musste, sondern hier diktierte mir mein Körper den maximal möglichen Schnitt. Welcher vermutlich etwas über meinen eigentlichen Fähigkeiten liegt. Aber mehr wäre jetzt im nachhinein betrachtet, vermutlich läuferischer Selbstmord gewesen. Zumal ich schon leichten Zug in beiden hinteren Oberschenkeln bei Kilometer 4 verspürte! So ewtas habe ich bisher noch nicht erlebt. Und es war auch was den weiteren Verlauf des Rennens anging, nicht abschätzbar was es für mögliche Folgen haben könnte. Ich lief zwar auf unter 2:40h an, wählte aber die konservativste Taktik aus. Bei  Kilometer 12 an den Landungsbrücken herschte Stimmung wie bei der Tour de France und es gesellten sich zwei Läufer zu mir, welche gemeinsame Sache machten. Ein Agegrouper mit eigenen Zugläufer. Was für ein Luxus, welcher mir dann ebenfalls bis Kilometer 35 zuteilwerden sollte. Ich klemmte mich dran und wir liefen vollkommen konstant. Am Friedhof Ohlsdorf (Kilometer 32) befindet sich im nördlichen Teil der Streckte, die Wende zurück zum Messegelände. Also wurde das Finale eingeleitet. Eine neue Bestzeit war mir schon hier sicher. Aber um die 2:40h Marke, obwohl ich bis hierhin schon recht viel Puffer rausgelaufen hatte, musste ich stark kämpfen. Ich wurden schon viel zu früh langsamer. Sehr gering zwar, aber doch spürbar und der Wind kam wieder von vorne. Die komplette Beinmuskulaur sollte im Enddefekt keine nenneswerte Rolle spielen. Die Probleme verschwanden zwar nicht, aber sie wurden auch nicht schlimmer. Wie oben schon erwähnt teilte sich dann unsere kleine Gruppe bei Kilometer 35 auf. Der Tempomacher wurde ungeduldig und zog alleine weiter und sein Zögling wurde kontinuirlich schwächer. Und so lief ich wie auch der große Rest des Feldes die letzten Kilometer allein. Ich versetzte mich in solchen Situationen in einen Trance ähnlichen Zustand und achte dabei sehr stark auf meine Technik. So gelingt es mir immer besser auch unter großer Ermüdung, zumindest noch ein halbwegs ansprechendes Tempo zu halten. Am Ende lief ich wohl die härtesten Kilometer meiner Laufbahn überhaupt. Die Strecke steigt hier leicht an und der Wind wurde jetzt noch zusätzlich ein entscheidener Faktor. Am Ende war es recht glücklich, das ich noch unter 2:40h laufen konnte, vor allem auf den lettzten 1,2 Kilometern ging es mental nur noch darum das Ziel zu erreichen. Alles andere war mir egal! Letztendlich kann man über den Einfluss des Wetter spekulieren, aber ich bin sehr zufrieden damit, wie es gelaufen ist. Was auf jeden Fall sicher ist, das sehr viele andere Teilnehmer, deulich größere Probleme damit hatten. Und so fällt mein Fazit sehr positiv aus und ein weitere schneller Marathon bleibt mir in dieser Saison schließlich noch, um eventuell diese Zeit nochmals unterbieten zu können.

LG Christoph


Leave a Reply